Der Pacific Crest Trail ist der Fernwanderweg, an dem sich Thru-Hiker auf der ganzen Welt messen: 2.650 Meilen, also rund 4.265 Kilometer[1], durch Kalifornien, Oregon und Washington, immer möglichst nah am Kamm der Gebirge, die die Westküste der USA vom Inland trennen. Kaum ein Weg hat so viele Gesichter. Du gehst wochenlang durch Chaparral und Joshua Trees, querst die Sierra Nevada über Pässe jenseits der 3.500 Meter, läufst durch Lavafelder und Douglasienwälder und zählst in Washington die Vulkane am Horizont: Shasta, Hood, Adams, Rainier.
Ich bin den PCT nicht gelaufen. Mein längster Weg war 2017 von Wien nach Nizza, 1.900 Kilometer in 107 Tagen, und der PCT ist mehr als doppelt so lang. Gelaufen sind ihn aber Kundinnen und Kunden mit unseren Rucksäcken, und Dutzende haben uns über die Jahre davon geschrieben: vor dem Start, unterwegs aus den Trail-Orten oder nach der Rückkehr. Ihre Berichte stecken in diesem Guide, vom Agilist, der bis zum Monument 78 an der kanadischen Grenze kam, bis zu Koens Endurist auf dem kompletten PCT 2025. Vieles von dem, was sie uns zurückgemeldet haben, ist heute in jeden Agilist eingeflossen. Wenn mir jemand kurz vor dem Abflug nach San Diego schreibt, ist mein Neid ihm sicher.
Warum gerade jetzt: Deutschland stellt nach den USA die zweitgrößte Gruppe unter den Hikern, die an der jährlichen PCT-Umfrage teilnehmen[7], und für die Saison 2027 läuft gerade die Permit-Vergabe. In den letzten zwei Jahren hat sich außerdem einiges geändert, was in vielen deutschen Ratgebern noch fehlt. Kanada lässt seit Anfang 2025 niemanden mehr über den Trail einreisen, die US-Visa sind teurer geworden, und fast jedes Jahr sperren Waldbrände ganze Abschnitte. Hier steht der Stand vom Oktober 2026.
Der Pacific Crest Trail in Zahlen
Die wichtigsten Kennzahlen vorweg. Die Meilenangaben stammen aus den Daten von Halfmile und der Pacific Crest Trail Association (PCTA) und weichen je nach Datensatz um ein paar Meilen ab, weil der Trail jedes Jahr an einzelnen Stellen neu verlegt wird.
| Kennzahl | Wert | Kommentar |
|---|---|---|
| Länge | 4.265 km | 2.650 Meilen laut US Forest Service. Die PCTA misst nach ihrem Daten-Update vom Januar 2026 knapp 2.656 Meilen |
| Höhenmeter | ~149.000 auf | Halfmile-Schätzung für die Richtung Nord, bergab fast genauso viel. An Wandertagen im Schnitt gut 1.100 Höhenmeter[3] |
| Höchster Punkt | 4.009 m | Forester Pass in der Sierra Nevada, Meile 779,5[2] |
| Tiefster Punkt | ~55 m | Bridge of the Gods über den Columbia River bei Cascade Locks |
| Bundesstaaten | 3 | Kalifornien (knapp 1.692 Meilen), Oregon (455), Washington (506) |
| Nationalparks | 7 | Sequoia, Kings Canyon, Yosemite, Lassen Volcanic, Crater Lake, Mount Rainier, North Cascades |
| Dauer | ~5 Monate | Jahrgang 2025 im Schnitt 148 Tage, davon 130 Wandertage |
| Saison (Richtung Nord) | April bis September | Start meist Mitte April bis Anfang Mai, Ziel bis Ende September |
| Start und Ziel | Campo, Monument 78 | Mexikanische und kanadische Grenze. Am Ende rund 30 Meilen zurück nach Harts Pass |
| Permit | kostenlos | PCT Long-distance Permit der PCTA, gilt ab 500 Meilen am Stück |
| Kosten auf dem Trail | ~10.300 USD | Durchschnitt des Jahrgangs 2025, ohne Flug, Visum und Ausrüstung |
Die wichtigste Zahl steht unauffällig in der Mitte: fünf Monate. So lange dauert ungefähr der schneefreie Sommer in den Hochlagen, und in dieses Fenster muss der ganze Weg passen. Wer zu früh in die Sierra kommt, steht vor meterhohem Altschnee. Wer zu spät in Washington ankommt, läuft in den ersten Wintereinbruch. Fast jede Planungsfrage auf dem PCT hängt an diesem Fenster, vom Starttermin über die Tagesetappen bis zur Größe deines Rucksacks.
PCT Karte: Route und die fünf Regionen
Offiziell ist der Trail in gut zwei Dutzend Sections eingeteilt, in Kalifornien von A bis R. Für die Planung reicht die grobe Gliederung, mit der auch die meisten Hiker rechnen: fünf Regionen mit ganz eigenem Charakter. Die Karte zeigt den Verlauf von Campo bis zum Monument 78, das Höhenprofil darunter macht sichtbar, warum die Sierra Nevada das Herz des Ganzen ist.
Streckenverlauf und Höhenprofil des Pacific Crest Trail von Campo an der mexikanischen Grenze bis zum Monument 78 an der kanadischen Grenze, eingeteilt in die fünf Regionen Südkalifornien, Sierra Nevada, Nordkalifornien, Oregon und Washington. Höhenprofil aus dem Geländemodell entlang des OSM-Tracks, die belegten Kennzahlen stehen in der Tabelle. Track: © OpenStreetMap-Mitwirkende · Relief: Mapzen/AWS Terrain Tiles · Grenzen und Gewässer: Natural Earth.
| Region | Meilen | Charakter |
|---|---|---|
| 1. Südkalifornien | 0 bis 702 | ~1.130 km Wüste und Wüstengebirge von Campo bis Kennedy Meadows. Hitze, lange Wasserstrecken, alle paar Tage ein Trail-Ort. |
| 2. Sierra Nevada | 702 bis ~1.285 | ~940 km Hochgebirge mit dem Forester Pass (4.009 m), Bärenkanister-Pflicht, Schnee und Flussquerungen. Endet am Feather River bei Belden. |
| 3. Nordkalifornien | ~1.285 bis 1.692 | ~655 km Vulkane und Wälder: Lassen, Mount Shasta, Trinity Alps. Lange Anstiege, Hitze im Juli, die Halbzeit bei Chester. |
| 4. Oregon | 1.692 bis 2.147 | ~730 km sanfte Steigungen, Lavafelder, Crater Lake und Mount Hood. Der schnellste Abschnitt, Mücken im Frühsommer. |
| 5. Washington | 2.147 bis 2.653 | ~815 km mit vielen Höhenmetern und Regen im September: Goat Rocks, Glacier Peak, North Cascades. Ende am Monument 78. |
Diese fünf Regionen sind eine Konvention der Hiker. Wo die Sierra endet, wird gern diskutiert: Wir setzen den Schnitt bei Belden am Feather River, wo der Granit der Sierra Nevada in die Vulkanlandschaft der südlichen Kaskaden übergeht. Manche Guides ziehen ihn schon bei Sierra City oder Truckee. Für deine Planung zählt etwas anderes: wann du wo bist, und was das für Schnee und Essen bedeutet.
1. Südkalifornien: 700 Meilen Wüste und Gebirge
Viele unterschätzen den Süden, weil er auf der Karte nach Wüste aussieht. Tatsächlich überquert der Trail in den ersten 700 Meilen fünf Gebirgszüge: die Laguna Mountains, den San Jacinto, wo der Weg auf gut 2.700 Meter steigt, die San Bernardinos, die San Gabriels und die Tehachapis. Dazwischen liegen Täler wie der San Gorgonio Pass auf rund 400 Metern, wo es im Frühjahr mittags schnell über 30 Grad hat. Morgens kratzt du Reif vom Zelt, nachmittags suchst du Schatten unter einem Busch, der keinen wirft.
Die eigentliche Aufgabe ist das Wasser. Zwischen manchen Quellen liegen 20 bis 30 Meilen, und ob eine Quelle läuft, steht im Water Report und nicht auf der Karte. An vielen Straßenquerungen haben Trail Angels Wasserkanister abgestellt. Plane trotzdem immer so, als wäre der Cache leer. Was wir aus unserem Guide zum Wandern bei Hitze mitgeben würden, gilt hier wörtlich: früh los, mittags Siesta im Schatten, abends weiter.
Dafür ist der Süden die geselligste Region. Alle paar Tage kommt ein Ort: Idyllwild (Meile 179), Big Bear (266), Cajon Pass mit dem Fast-Food-Restaurant, das unter Hikern Kultstatus hat (342), Wrightwood (364), Tehachapi Pass (566). Hier findest du deinen Rhythmus, deine Trail-Familie und meistens auch deinen Trailnamen. Bei Meile 702 wartet Kennedy Meadows South, ein Laden mit Veranda, auf der im Juni Dutzende Hiker sitzen und Schneeberichte vergleichen. Hier beginnt die Sierra, und hier zeigt sich, ob du zu früh dran bist.
2. Sierra Nevada: das Herz des Trails
Ab Kennedy Meadows wird der PCT ein anderer Weg. Innerhalb weniger Tage steigt er über 3.000 Meter, und dann bleibt er wochenlang oben. Ab Crabtree Meadow läuft er über weite Strecken auf derselben Linie wie der John Muir Trail. Die Pässe heißen Forester, Glen, Pinchot, Mather, Muir, Selden und Silver, und der höchste davon, der Forester Pass mit 4.009 Metern, ist zugleich der höchste Punkt des ganzen Trails. Den Mount Whitney (4.421 m) darfst du mit dem PCT-Permit als Tagestour ab Crabtree mitnehmen. Zelten östlich der Crabtree Ranger Station, also auch am Guitar Lake, ist damit nicht erlaubt, und für den Abstieg nach Osten zum Whitney Portal brauchst du ein eigenes Permit.
Die Sierra ist der Grund, warum der Zeitplan so eng ist. In normalen Jahren gilt Mitte Juni ab Kennedy Meadows als früh, und im Rekordschneejahr 2023 haben am Forester Pass reihenweise Hiker umgedreht. Mindestens so ernst sind die Flussquerungen im Frühsommer: Schmelzwasser macht aus Bächen wie dem Evolution Creek oder dem Bear Creek am Nachmittag reißende Flüsse. Wer hier morgens quert, quert sicherer.
Dazu kommt die Logistik. Zwischen Kennedy Meadows und dem Vermilion Valley Resort liegen 176 Meilen ohne Ort am Trail. Die meisten teilen sie, indem sie über den Kearsarge Pass nach Independence oder Bishop absteigen, das kostet einen Tag und knapp acht Meilen Seitenweg pro Richtung. Nördlich von Yosemite wird die Sierra zugänglicher: Tuolumne Meadows (Meile 942), Sonora Pass (1.017), Echo Lake bei South Lake Tahoe (1.092) und Sierra City (1.195). Am Feather River bei Belden fällt der Trail auf rund 700 Meter, und die Sierra ist vorbei.
3. Nordkalifornien: Halbzeit und lange Hitze
Nordkalifornien hat unter Hikern einen gemischten Ruf. Die Landschaft ist großartig, mit dem Lassen Volcanic National Park, den Wasserfällen von Burney Falls, den Granitnadeln von Castle Crags und den Trinity Alps. Aber die Region verlangt Geduld: lange, gleichmäßige Anstiege von über 1.000 Höhenmetern am Stück, Hochsommerhitze in den Tälern und nach den Wochen in der Sierra eine Müdigkeit, die viele erst hier spüren. Kurz vor Chester steht bei Meile 1.323 der Pfosten, der die Hälfte markiert. Für viele ist es der emotionalste des ganzen Trails.
Eine Stelle solltest du kennen, bevor du hinkommst: den Hat Creek Rim, eine Hochfläche mit rund 30 Meilen ohne verlässliche Quelle, mitten im Juli. Danach geht es bei Castle Crags auf unter 800 Meter hinunter und wieder hinauf in die Trinity Alps und die Marble Mountains, über Etna (Meile 1.600) und hinab nach Seiad Valley. Der Aufstieg aus Seiad Valley gehört zu den heißesten Stunden des Trails. Kurz vor Ashland erreichst du bei Meile 1.692 die Grenze nach Oregon.
4. Oregon: der schnellste Bundesstaat
Nach Kalifornien fühlt sich Oregon fast flach an. Der Trail läuft lange über sanfte Kämme durch Wald und Lavafelder, und viele Hiker legen hier ihre längsten Tage hin, 30 Meilen sind keine Seltenheit. Die Höhepunkte sind die Vulkane: Mount McLoughlin, der Kraterrand am Crater Lake (Mazama Village bei Meile 1.821), die Three Sisters, Mount Jefferson und zuletzt Mount Hood mit der Timberline Lodge (2.097), deren Frühstücksbuffet unter Hikern einen eigenen Ruf hat.
Im Frühsommer sind die Mücken an den Seenplatten das größte Ärgernis, im August der Rauch, wenn irgendwo in den Kaskaden ein Feuer brennt. Oregon endet mit einem Abstieg von über 1.500 Metern: In Cascade Locks am Columbia River erreichst du mit rund 55 Metern den tiefsten Punkt des PCT[1] und läufst über die Bridge of the Gods nach Washington.
5. Washington: steil, nass und ein Ende mit Rückweg
Washington ist der schwerste Bundesstaat für die, die ihn unterschätzen. Nach Oregon kommen wieder echte Höhenmeter, das Wetter wird ab Ende August unbeständig, und im September kann am Glacier Peak Schnee fallen. Dafür bekommst du den Mount Adams, die Goat Rocks mit dem Knife’s Edge, einem schmalen Grat auf über 2.000 Metern, die Ostflanke des Mount Rainier, Snoqualmie Pass (Meile 2.393), Stevens Pass und schließlich die North Cascades, das wildeste Stück des ganzen Trails. In Stehekin am Lake Chelan holt dich ein Shuttlebus zu einer Bäckerei ab, die zu den bekanntesten Stationen am PCT gehört.
Und dann das Ende. Seit dem 31. Januar 2025 gibt Kanada keine PCT Entry Permits mehr aus[5]. Früher konnte man vom Monument 78 noch gut acht Meilen weiter nach Manning Park in British Columbia laufen und dort in den Bus steigen. Heute ist am Grenzmonument Schluss: Foto, ein Moment der Stille, dann drehst du um und gehst rund 30 Meilen zurück nach Harts Pass, wo du eine Mitfahrgelegenheit ins Methow Valley brauchst. Plane diese zwei Tage und das Essen dafür fest ein.
Die Forststraße nach Harts Pass war 2026 nach Sturmschäden für Autos gesperrt und nur zu Fuß offen, die Reparatur sollte im Sommer folgen. Im Sommer 2026 hat außerdem das Ptarmigan Fire den nördlichsten Abschnitt bis Mitte September geschlossen. Solche Meldungen ändern sich von Woche zu Woche. Prüfe den Stand kurz vor dem Start und noch einmal in Stehekin auf der Closure-Seite der PCTA.
PCT Permit 2027: so läuft die Vergabe
Für den kompletten Trail brauchst du das PCT Long-distance Permit. Es ist kostenlos, wird von der PCTA im Auftrag der Behörden ausgestellt und gilt für alle, die am Stück mindestens 500 Meilen gehen. Es ersetzt die Einzelgenehmigungen von 33 Schutzgebieten mit eigener Genehmigungspflicht, die zusammen rund ein Drittel der Strecke ausmachen. Insgesamt vergibt die PCTA höchstens 8.000 dieser Permits pro Jahr, und begrenzt ist vor allem der Start: 50 Permits pro Tag für Starts Richtung Nord südlich des Sonora Pass, und das nur für Starttermine zwischen dem 1. März und dem 31. Mai. Für Starts Richtung Süd an der kanadischen Grenze sind es 15 pro Tag zwischen dem 15. Juni und dem 31. Juli.
Die Vergabe läuft in zwei Runden. Du registrierst dich in einem festen Zeitraum und bekommst am Nachmittag vor dem Vergabetag per Mail eine zufällig zugeteilte Uhrzeit, zu der du dich einloggst und aus den noch freien Starttagen wählst. Die Termine liegen zwischen 10:30 und 15 Uhr pazifischer Zeit, also zwischen 19:30 und 24 Uhr in Deutschland, und früh am Tag gibt es absichtlich weniger davon. Wer spät drankommt, findet für die beliebten Wochen oft nichts mehr. Für 2027 hat die PCTA diese Termine veröffentlicht[4]:
| Schritt | Datum | Was passiert |
|---|---|---|
| Registrierung Runde 1 | 15. bis 22.10.2026 | Bereits gelaufen. |
| Vergabe Runde 1 | 04.11.2026 | 35 der 50 Tagesplätze für Starts zwischen 1. März und 31. Mai. Zugeteilte Uhrzeiten zwischen 19:30 und 24 Uhr deutscher Zeit. |
| Registrierung Runde 2 | 05.11. bis 11.12.2026 | Für alle, die in Runde 1 leer ausgehen oder erst jetzt einsteigen. Frist am 11.12. um 15 Uhr pazifischer Zeit, das ist Mitternacht in Deutschland. |
| Vergabe Runde 2 | 13.01.2027 | Die restlichen 15 Plätze pro Tag plus alle übrigen Permits, auch die für Starts Richtung Süd. Gleiches Zeitfenster wie in Runde 1. |
| Restplätze | ab 14.01.2027 | Registrierung und Antrag wieder offen, ab 10:30 Uhr pazifischer Zeit, für alle übrigen und frei gewordenen Starttage. |
Vier Regeln übersehen viele. Erstens sind Startdatum und Startort auf dem Permit verbindlich, und du musst es ausgedruckt auf Papier dabeihaben. Zweitens musst du die Strecke zwischen Kennedy Meadows und dem Sonora Pass am Stück und innerhalb von 35 Tagen gehen. Drittens ist das California Campfire Permit nicht enthalten. Du holst es separat, kostenlos und online, und brauchst es schon für einen Gaskocher. Viertens gilt das Permit nur für die Langstrecke ab 500 Meilen. Wer nur die Sierra oder nur Oregon gehen will, besorgt sich die Genehmigungen der jeweiligen Schutzgebiete.
Visum und Einreise: warum das ESTA nicht reicht
Mit dem ESTA darfst du als deutscher Staatsbürger höchstens 90 Tage in den USA bleiben, verlängern lässt sich das nicht[6]. Für einen Thru-Hike von fünf Monaten brauchst du deshalb ein B-2-Touristenvisum. Das heißt Online-Antrag, 185 US-Dollar Gebühr und ein persönliches Interview in der Botschaft in Berlin oder den Generalkonsulaten in Frankfurt und München. Ohne Interview per Post geht es seit Oktober 2025 nur noch in engen Ausnahmen, vor allem bei der Verlängerung eines kürzlich abgelaufenen B-Visums. Dazu kann die neue Visa Integrity Fee von 250 US-Dollar kommen, die seit Juli 2025 im Gesetz steht, deren Erhebung aber Stand Oktober 2026 nicht einheitlich umgesetzt ist. Plane sie ein und prüfe den Stand vor deinem Termin.
Bei der Einreise entscheidet der Grenzbeamte, wie lange du bleiben darfst. Beim B-2 sind sechs Monate üblich, und genau da liegt die Falle: Der gesamte Aufenthalt, vom Flug nach San Diego bis zum Rückflug ab Seattle, muss in dieses Fenster passen. Mit einem Start Mitte April musst du Mitte Oktober wieder draußen sein. Das reicht für den Trail, lässt aber wenig Luft für Feuerumwege oder eine Verletzungspause. Die PCTA empfiehlt internationalen Hikern ein Visum für mehrfache Einreise, und den Ausweg über Kanada gibt es seit 2025 nicht mehr.
Bis 11. Dezember 2026 für Runde 2 registrieren.
Wer die erste Runde verpasst hat, registriert sich jetzt auf der Permit-Seite der PCTA, spätestens bis Mitternacht deutscher Zeit. Am Nachmittag vor dem 13. Januar 2027 kommt per Mail deine Uhrzeit, irgendwann zwischen 19:30 und 24 Uhr. Halte zwei oder drei Wunsch-Starttermine bereit, und wenn ihr zu zweit geht, verknüpft euch mindestens 24 Stunden vorher im Portal.
Gleich danach den Visumtermin buchen.
Die Wartezeiten auf ein Interview schwanken stark. Wer im Januar sein Permit hat, stellt im Januar den Visumantrag, nicht erst im März.
Den Flug als Gabelflug buchen.
Hin nach San Diego, zurück ab Seattle, den Rückflug flexibel. Niemand weiß im Januar, an welchem Tag er am Monument 78 steht.
Die Ausrüstung auf einer Testtour einlaufen.
Mindestens eine Mehrtagestour mit dem kompletten Setup, einmal mit Wasser für 30 Kilometer im Rucksack. Ein deutscher PCT-Hiker hat sein Video zu Permit und Visum sogar unterwegs auf dem Westweg im Schwarzwald gedreht.
Die Versicherung klären.
Du brauchst eine Auslandskrankenversicherung, die sechs Monate USA abdeckt, inklusive Such- und Rettungskosten. Viele Jahrespolicen gelten nur für Reisen von sechs bis acht Wochen.
Campfire Permit, Apps und Water Report vorbereiten.
California Campfire Permit online holen, die PCT-Karten in FarOut offline laden, den Water Report als Lesezeichen anlegen.
Wie lange dauert der Pacific Crest Trail?
Rund fünf Monate. In der Umfrage unter dem Jahrgang 2025 mit 790 Teilnehmenden lag der Schnitt bei 148 Tagen, davon 130 Wandertage und 18 Ruhetage. Das sind an Wandertagen im Schnitt gut 20 Meilen oder 33 Kilometer, Tag für Tag über Monate. Am Anfang meist weniger, in Oregon oft mehr. Zum Vergleich: Auf Wien bis Nizza lagen wir im Schnitt bei knapp 18 Kilometern am Tag, Ruhetage eingerechnet, mit Alpenpässen und Hütten statt langer Waldwege.
Richtung Nord ist der Standard. Du startest zwischen Mitte April und Anfang Mai in Campo, erreichst Kennedy Meadows um Mitte Juni, gehst die Sierra im Hochsommer, Oregon im August und Washington im September. Die Faustregel der PCTA lautet: Kennedy Meadows um den 15. Juni verlassen und bis zum 30. September an der Grenze sein. Wer viel früher startet, wartet oft in Kennedy Meadows, bis die Schneelage es zulässt, und verliert die gewonnene Zeit wieder.
Richtung Süd ist die Alternative für Erfahrene. Der Start liegt Ende Juni oder Anfang Juli, und seit der Schließung der kanadischen Grenze beginnt er mit 30 Meilen von Harts Pass hinauf zum Monument 78. Danach erwarten dich früher Schnee in den North Cascades, die Sierra im September und die Wüste im Spätherbst. In der Umfrage kamen 80 Prozent der Hiker Richtung Nord ans Ziel und 71 Prozent der Hiker Richtung Süd. Beide Werte sind vermutlich geschönt, weil eher antwortet, wer durchgekommen ist.
Was kostet der PCT?
Die verlässlichsten Zahlen liefert die jährliche Umfrage von Halfway Anywhere. Der Jahrgang 2025 hat auf dem Trail im Schnitt 10.339 US-Dollar ausgegeben (Median 10.000), internationale Hiker 11.186 Dollar[7]. Das sind rund 70 Dollar pro Tag für Essen, Motels, Restaurants in den Trail-Orten, Shuttles und Post. Die Ausrüstung vor dem Start kam mit durchschnittlich 1.701 Dollar dazu. Wenn du aus Deutschland anreist, kommen Flug, Visum und Versicherung obendrauf:
| Posten | Betrag | Was drinsteckt |
|---|---|---|
| Trail-Budget | ~11.200 USD | Durchschnitt internationaler Hiker 2025: Resupply, Motels, Essen in den Orten, Shuttles, Post. Mit Zelt statt Motel deutlich weniger möglich. |
| Ausrüstung | ~1.700 USD | Durchschnitt 2025 vor dem Start. Wer schon ein leichtes Setup hat, zahlt einen Bruchteil. |
| B-2-Visum | 185 USD | Eventuell plus 250 USD Visa Integrity Fee. |
| Flug | ~900 bis 1.500 € | Gabelflug Frankfurt nach San Diego, zurück ab Seattle, flexibel gebucht (Richtwert). |
| Versicherung | ~400 bis 1.000 € | Langzeit-Auslandskrankenversicherung mit USA und Bergung, je nach Alter und Tarif (Richtwert). |
| Puffer | ~500 € | Ersatzschuhe, Feuerumgehungen, der Weg von Harts Pass zurück nach Seattle. |
| Summe | ~13.000 bis 15.500 € | Grob, je nach Wechselkurs und Lebensstil. Ohne neue Ausrüstung rund 1.500 € weniger. |
Gespart wird in den Trail-Orten. Jede Motelnacht mit Burger und Bier kostet schnell 150 Dollar, und über fünf Monate summiert sich das. Ein leichter Rucksack spart übrigens auch Geld. Das ist Herstellerlogik, und sie stimmt trotzdem: Weniger Gewicht heißt längere Tage und weniger Nächte im Motel.
Resupply, Wasser und Bärenkanister
Resupply: Supermarkt oder Paket
Auf dem PCT kaufst du dein Essen unterwegs oder schickst es dir per Post in die Trail-Orte. Die meisten mischen: einkaufen, wo es einen Supermarkt gibt, und Pakete an Orte, wo es nur einen kleinen Laden mit Hiker-Preisen gibt, etwa Kennedy Meadows, das Vermilion Valley Resort oder Stehekin. Zwischen zwei Resupplys liegen meist drei bis sechs Tage. Die längste Strecke liegt in der Sierra, und genau für so einen Abschnitt hat Koen seinen Endurist mit acht Tagen Essen auf rund 20 Kilo gebracht. Mehr dazu weiter unten bei den Erfahrungen.
Wasser: der Water Report ist Pflichtlektüre
In Südkalifornien und am Hat Creek Rim bestimmt das Wasser die Etappen. Die PCTA nennt Abschnitte von rund 30 Meilen ohne Quelle, den Hat Creek Rim als einen der längsten, und rät, sich nie auf Wasser-Caches zu verlassen[8]. Wir würden für diese Abschnitte sechs bis sieben Liter Tragekapazität einplanen. Ob eine Quelle läuft, steht im PCT Water Report und in den Kommentaren der App FarOut, die Hiker täglich aktualisieren. Sieben Liter wiegen sieben Kilo. In diesem Moment macht ein Rucksack mit 570 Gramm statt zwei Kilo Eigengewicht den Unterschied, und in diesem Moment zeigen die Seitentaschen, ob sie zwei volle Literflaschen sicher halten.
Bärenkanister: Pflicht in der Sierra
Die Pflicht gilt weiter, als viele denken. Laut PCTA brauchst du einen zugelassenen Bärenkanister in Teilen von Sequoia-Kings Canyon und der National Forests Inyo, Sierra und Humboldt-Toiyabe sowie im gesamten Yosemite-Nationalpark, im Lake Tahoe Basin mit der Desolation Wilderness und im Lassen Volcanic National Park. Für die Forests Mt. Baker-Snoqualmie und Okanogan-Wenatchee in Washington nennt sie ihn notwendig[9], und sie empfiehlt, ihn den ganzen Trail über zu tragen. In der Praxis tragen viele Hiker Richtung Nord den Kanister mindestens von Kennedy Meadows bis South Lake Tahoe. Wer ihn danach nach Hause schickt, plant ihn für Lassen und Washington wieder ein. Ein Ursack, also ein reißfester Textilsack, ist in Yosemite und Sequoia-Kings Canyon nicht zugelassen.
| Modell | Gewicht | Hersteller-Kommentar |
|---|---|---|
| BearVault BV450 | 940 g | Rund 7 Liter, reicht für etwa vier bis fünf Tage. Liegt im Agilist quer im Hauptfach, der Standard für alle, die über den Kearsarge Pass splitten. |
| BearVault BV500 | 1.160 g | Rund 11,5 Liter für lange Abschnitte ohne Abstieg. Steht im Agilist senkrecht und reicht bis knapp unter das Rolltop. |
| Bearikade Weekender | ~880 g | Carbon, rund 10 Liter, leichter pro Liter, aber teuer. Wird oft gemietet statt gekauft. |
Gefahren auf dem PCT: Schnee, Flüsse, Feuer und Hitze
Auf 4.265 Kilometern summieren sich Risiken, die auf einer Woche in den Alpen kaum eine Rolle spielen. Vier davon prägen jede Saison, und für alle vier gibt es eine Vorbereitung, die wirkt.
Schnee in der Sierra
Im Jahrgang 2025 hatten 60,7 Prozent einen Eispickel dabei und 82,1 Prozent Spikes oder Grödel. Ob du sie brauchst, hängt vom Winter ab. Im Rekordjahr 2023 lag so viel Schnee, dass am Forester Pass reihenweise Hiker umgekehrt sind oder die Sierra übersprungen haben. Ein Eispickel nützt dir nur, wenn du die Selbstrettung beherrschst. Ein Kurs vor der Abreise ist gut investiertes Geld, Alpenvereinssektionen und Bergschulen bieten ihn im Frühjahr an.
Flussquerungen
Im Juni und Juli sind die Bäche der Sierra das unterschätzte Risiko. Nach einer kalten Nacht führen sie morgens am wenigsten Wasser, am Nachmittag am meisten. Quere deshalb früh, öffne Hüft- und Brustgurt, damit du den Rucksack im Notfall abwerfen kannst, und such dir lieber eine breite, flache Stelle als die schmalste. Wenn eine Querung nicht geht, warte bis zum nächsten Morgen.
Feuer und Rauch
Feuer gehört inzwischen zu jeder Saison. Seit 2020 sind laut PCTA rund 250 Meilen des Trails abgebrannt, gut neun Prozent der Strecke[10], und jedes Jahr werden Abschnitte gesperrt. 2026 traf es unter anderem den nördlichsten Abschnitt bis zum Terminus, im Oktober Stücke bei Stehekin und in der Alpine Lakes Wilderness. Unsere Kunden haben das ebenfalls erlebt: Wer 2025 durch Washington lief, hatte überall Waldbrände um sich herum, und ein Section-Hiker musste 2021 seine Tour durch Oregon und Kalifornien auch wegen der Feuer abbrechen. Sperrungen sind behördliche Anordnungen mit Bußgeld. Rechne für deine Planung mit mindestens einem Umweg oder Sprung, und pack für Rauchtage eine FFP2-Maske ein.
Hitze und leere Quellen
Zwischen Campo und Tehachapi sind Hitze und ausgetrocknete Wasserstellen die Hauptgefahr, in Nordkalifornien kommen heiße Täler dazu. Früh starten, mittags in den Schatten, Elektrolyte ins Wasser, und ein heller Sonnenschirm wirkt in der Wüste mehr als jede Funktionsfaser.
Und die Frage, die viele googeln: Wie viele Menschen sterben auf dem PCT? Eine offizielle Statistik gibt es nicht. Die ausführlichste öffentliche Liste führt Halfway Anywhere, sie ist ausdrücklich unvollständig und zählt rund 16 tödlich verunglückte Thru-Hiker[11]. Die häufigsten Ursachen sind Stürze, Hitzschlag, Ertrinken bei Flussquerungen und Unfälle im Straßenverkehr. Gemessen an Tausenden Hikern pro Jahr ist das Risiko gering, aber es konzentriert sich auf wenige Situationen: vereiste Hänge, Hochwasser am Nachmittag, Hitze ohne Wasser.
Packliste für den PCT: Basisgewicht unter fünf Kilo
Der Jahrgang 2025 ist im Schnitt mit 8,06 Kilo Basisgewicht gestartet und mit 6,82 Kilo angekommen[7]. Unterwegs fliegt raus, was man nicht braucht, das passiert auf jedem langen Weg. Die Liste unten fängt gleich leichter an und kommt auf gut 4,6 Kilo. Jedes Teil ist in unserer ultraleichten Packliste ausführlich begründet. Hier geht es um die Besonderheiten des PCT: Wasserkapazität für die Wüste, Wärme für Nächte auf 3.000 Metern und Sonnenschutz. Getragene Kleidung, Schuhe und Stöcke zählen nicht mit.
| Gegenstand | Gewicht | Hersteller-Kommentar |
|---|---|---|
| WeitLäufer Agilist (2026) | 570 g | 54 Liter mit Rolltop für den wechselnden Food-Carry. Alle Nähte getapt, Ultra 200X wasserdicht. |
| Zelt (1 Person, Trekkingstock-Aufbau) | ~500 g | In der Wüste reicht oft der Sternenhimmel, in Washington nicht. |
| Quilt, Komfort um minus 5 Grad | ~650 g | Juni-Nächte in der Sierra auf über 3.000 Metern sind frostig. |
| Isomatte, R-Wert um 4 | ~350 g | Kalter Granit und gefrorener Boden. Modelle in der Isomatten-Kaufberatung. |
| Daunenjacke | ~250 g | Für Morgen und Abend in der Sierra und für Pausen in Washington. |
| Regenjacke | ~180 g | Washington im September. Leichte Modelle in der Regenjacken-Kaufberatung. |
| Windhose oder Regenhose | ~120 g | Gegen Wind auf den Pässen und Mücken in Oregon. |
| Schlafkleidung, Mütze, Handschuhe | ~250 g | Trockene Schlafsachen sind auf fünf Monaten Gold wert. |
| Sonnenschirm | ~220 g | Tragbarer Schatten in der Wüste, mit Halterung am Schultergurt freihändig. |
| Wasserfilter | ~85 g | Hohlfaser. In Frostnächten mit in den Quilt, sonst ist er hinüber. |
| Flaschen und Faltbeutel | ~190 g | Für rund 7 Liter: PET-Flaschen in die Seitentaschen, Faltbeutel als Reserve. |
| Kocher und Topf | ~250 g | Viele essen in der Wüste kalt eingeweicht und holen den Kocher erst für die Sierra. |
| Erste Hilfe, Blasenpflaster, Medikamente | ~200 g | Blasenpflaster großzügig, die Füße schwellen in der Hitze. |
| Hygiene, Sonnencreme, Toilettenschaufel | ~200 g | Sonnencreme mit hohem Schutz für Wüste und Schneefelder. |
| Stirnlampe | ~30 g | Für frühe Starts in der Hitze und vor den Flussquerungen. |
| Smartphone mit FarOut | ~200 g | Navigation, Water Report, Kamera. |
| Powerbank 10.000 mAh, Kabel | ~220 g | Reicht für vier bis fünf Tage bis zum nächsten Ort. |
| Satelliten-Messenger | ~100 g | Tagelang kein Netz in Wüste und Sierra. |
| Liner für Quilt und Kleidung | ~40 g | Für Flussquerungen und Dauerregen, weil die Außentaschen offen sind. |
Für die Sierra kommen der Bärenkanister (940 g für den BV450) und je nach Schneelage Eispickel (~250 g) und Spikes (~350 g) dazu. So sieht der schwerste typische Tag aus, der Start in Kennedy Meadows mit Essen bis zum Abstieg über den Kearsarge Pass:
| Posten | Gewicht |
|---|---|
| Basisgewicht (Tabelle oben) | ~4.600 g |
| Bärenkanister BV450 | 940 g |
| Eispickel und Spikes (Schneejahr) | ~600 g |
| Essen für 6 Tage (~850 g pro Tag) | ~5.100 g |
| Wasser 1,5 l | 1.500 g |
| Gaskartusche | ~200 g |
| TRAGGEWICHT GESAMT | ~12.900 g |
Knapp 13 Kilo am schwersten Tag. Das ist eine gute Nachricht, weil es genau die Komfort-Zuladung ist, für die wir den Agilist auslegen. Wer acht oder neun Tage am Stück trägt, mit mehr Basisgewicht startet oder einen BV500 nimmt, landet schnell bei 16 bis 20 Kilo. Dann lohnt es sich, den Resupply in der Sierra über den Kearsarge Pass zu splitten, statt alles auf einmal zu tragen.
Erfahrungen: Agilist und Endurist auf dem PCT
Die erste Mail zum PCT kam im November 2018, ein Kunde suchte einen Rucksack für den Trail. Seitdem kommen jedes Jahr neue dazu, inzwischen sind es Dutzende: Anfragen vor dem Kauf, Grüße aus den Trail-Orten, Berichte nach der Rückkehr. Eine ganze Reihe unserer Rucksäcke war bis zum Ende eines PCT-Hikes dabei, Agilist wie Endurist, Richtung Nord wie Richtung Süd. Wie viele es genau sind, wissen wir nicht, denn längst nicht jeder schreibt uns nach dem Trail. Für diesen Abschnitt haben wir alle Mails und Bewertungen mit PCT-Bezug ausgewertet. Die meisten Berichte betreffen den Agilist der Jahrgänge 2021 bis 2025.
Dass die ersten Trail-Berichte erst 2022 kamen, hat einen einfachen Grund: 2020 und 2021 kam aus Europa kaum jemand in die USA. 2022 kamen dann gleich mehrere auf einmal zurück, und einer von ihnen hat den Agilist unterwegs dreimal bei anderen Hikern entdeckt.
Was unsere Kunden auf dem PCT erlebt haben
Liest man die Berichte nebeneinander, kommen bestimmte Punkte immer wieder. Ganz vorn stehen die Außentaschen: die große Fronttasche, die Seitentaschen und die kleine elastische Tasche darunter, an die du ohne Absetzen kommst. Ein Kunde aus Wien schrieb nach dem kompletten PCT 2022, die Taschen hätten auch bei anderen Hikern neidische Blicke geerntet. Eine Kundin aus Oldenburg nannte die kleine Tasche nach sechs Wochen und 900 Kilometern am Stück ihr Lieblingsdetail. Und ein Bewerter, der selbst auf dem PCT war und seit 25 Jahren wandert, lobt die Seitentaschen, in denen zwei Literflaschen pro Seite ohne zusätzliches Gummiband halten.
Der zweite Punkt ist das Material. Mehrere Kunden beschreiben, wie ihr Rucksack auch dichte Vegetation und Gestrüpp überstanden hat. Ein Kunde aus Nürnberg ist 2025 in Washington streckenweise quer durchs Unterholz gegangen und schrieb, der Agilist habe das ohne Probleme mitgemacht. Von ihm stammen das Titelbild und das Foto am Grenzmonument. Auf dem Titelbild siehst du, wie er gepackt war: zwei PET-Flaschen in der Seitentasche, ein Stück Schaummatte und Camp-Schuhe unter der Kompressionskordel. Im Dunst dahinter liegt der Mount Rainier, verschleiert vom Rauch der Waldbrände, die in diesem Sommer überall um ihn herum brannten.
Der dritte Punkt beantwortet die häufigste Frage vor dem Kauf: Reicht ein rahmenloser Rucksack für die Sierra? Der Kunde, der 2022 als einer der Ersten mit dem Agilist komplett durchkam, trug sechs Tage Essen, Spikes und einen BV500 über die Pässe und fand das gut machbar. Nach über 4.200 Kilometern schrieb er uns, der Agilist habe für ihn genau gepasst, auch nur mit dem Rückenpolster statt eines Rahmens. Ein Kunde aus Österreich hat seinen Agilist von 2022 sogar auf über 5.000 Kilometern getragen, darunter die Haute Route Pyrénées und den PCT Richtung Süd 2024, und will danach mit ihm weiterwandern.
Bei den Zahlen liegen unsere Kunden nah an der großen Umfrage. Die Basisgewichte, die sie uns genannt haben, lagen zwischen gut vier und sechs Kilo, die geplanten Startgewichte nach einem großen Resupply bei 12 bis 15 Kilo. Für den ganzen Trail brauchten sie um die viereinhalb bis fünf Monate. Wer im April in Campo startete, war Ende Juni ungefähr bei der Halbzeit in Nordkalifornien.
Koen: der komplette PCT 2025 mit dem Endurist
Öffentlich und ausführlich bewertet hat seinen PCT Koen, der 2025 mit dem Endurist von Campo bis zum Ende gegangen ist. Sein Fazit, aus dem Englischen übersetzt: „Er hat die ganze Strecke über hervorragend gehalten.“ Geholfen hat ihm vor allem das Rolltop, mit dem er das Volumen an die jeweilige Essensmenge anpassen konnte, bis zu einem Food-Carry von acht Tagen mit rund 20 Kilo. Seine Kritik betrifft Details: Voll beladen ist der Rucksack hoch und schmal, was beim Kriechen unter umgestürzten Bäumen stört, die Flaschentaschen hätte er gern tiefer, und die optionalen Zusatztaschen würde er nicht noch einmal bestellen. Als Nächstes nimmt er den Endurist mit auf den Te Araroa in Neuseeland.
Was wir nach dem Feedback vom PCT verbessert haben
Viele PCT-Rucksäcke kamen nach dem Trail zu uns ins WeitLäufer Lab nach Emmendingen, zum Durchsehen und oft für ein kostenloses Update. Für die Entwicklung sind diese Rucksäcke das Wertvollste, was wir bekommen. 4.000 Kilometer zeigen in fünf Monaten, wofür ein Test sonst Jahre braucht, und einiges davon steckt heute in jedem Agilist:
| Jahr | Änderung | Woher der Anstoß kam |
|---|---|---|
| 2022 | Zickzack-Naht | Die elastischen Außentaschen werden seitdem mit einer Drei-Stich-Zickzack-Naht genäht, dafür haben wir eigens eine neue Maschine angeschafft. Anstoß war die Mail eines Kunden, der gerade kurz vor der Halbzeit des PCT war. |
| 2022 | Stärkeres Band | Die optionalen Zusatztaschen bekamen ein dickeres, stabileres Band, nach den Rückmeldungen mehrerer Thru-Hiker. |
| 2023 | Neue Schultergurte | Obermaterial aus Dyneema Gridstop statt Nylon und eine verbesserte Naht. Kunden, die den PCT 2022 komplett gegangen waren, haben die Prototypen getestet. |
| 2024 | Neues Gurtband | Das Gurtband der Schultergurte rutscht unter Last nicht mehr durch die Schnalle. Ein Kunde hörte das 2024 auf dem PCT von einer Hikerin, die schon mit dem neuen Modell unterwegs war. |
Einer der Prototyp-Tester schrieb uns, die neuen Schultergurte wirkten stabiler und komfortabler. Heute hat der Agilist außerdem einen fest vernähten, gepolsterten Hüftgurt. Den früheren Hüftgurt aus Gurtband bieten wir regulär nicht mehr an, weil die Nachfrage nach dem gepolsterten größer war, und für den PCT ist das die bessere Wahl: Bis etwa zehn Kilo trägt sich Gurtband gut, darüber überträgt ein Polster die Last deutlich besser auf die Hüfte.
Und seit der neuen Lieferung im Oktober 2026 kommt noch etwas dazu, das in Washington zählt. Beim Agilist sind alle Nähte ab Werk getapt, das Ultra 200X selbst ist 100 % wasserdicht und PFAS-frei. Das Hauptfach bleibt damit wetterfest ohne separaten Regenschutz. Einen Liner für Quilt und Schlafsachen würden wir für Flussquerungen trotzdem einpacken, weil die Außentaschen offen sind. Mehr zum Material steht im Material-Lexikon.
Was du aus ihren Erfahrungen mitnehmen kannst
Die wichtigste Lehre steht in keiner Packliste: Teste den Rucksack vor dem Abflug mit vollem Food-Carry. Der Kunde, der 2022 als einer der Ersten mit dem Agilist am Ende ankam, hat im Februar zwei Testtouren gemacht, bei der zweiten noch eine Schwachstelle gefunden und sie vor dem Abflug bei uns beheben lassen. Eine andere Kundin hat ihren Agilist 2021 bewusst zu Hause gelassen, weil sie ihn vorher nicht ausgiebig testen konnte. Beides ist die richtige Entscheidung, und beides geht nur, wenn die Testtouren früh genug liegen.
Die zweite Lehre betrifft die Größe. Bei einem Rucksack ohne Rahmen zählt die Passform mehr als bei einem klassischen: Sitzt der Hüftgurt nicht auf dem Beckenkamm, wandert die Last auf die Schultern. Eine Kundin hat deshalb vor dem Start noch die Größe getauscht, weil der Hüftgurt mit Gewicht kaum stützte, und auch der PCT-Veteran in unseren Bewertungen hätte sich für seinen langen Oberkörper längere Schultergurte gewünscht. Miss deine Rückenlänge, trag den Rucksack mit vollem Gewicht Probe und nutze die Rückgabefrist, bevor du ins Flugzeug steigst. Wie das Messen in zwei Minuten geht, zeigt unsere Anleitung zum Rückenlänge messen.
Und die Liste wird länger. Für 2025 und 2026 haben uns weitere Kunden geschrieben, die mit Agilist oder Endurist zum PCT aufgebrochen sind oder aufbrechen wollen, und auch in unseren Bewertungen kündigen immer wieder Kunden an, den Agilist als Nächstes mitzunehmen, etwa direkt nach dem GR20 auf Korsika oder nach dem West Highland Way. Wir sind gespannt auf jede Mail aus Kennedy Meadows.
Filme zum Pacific Crest Trail
Schon 2015 habe ich auf meinem alten Blog BergReif Filme zum Weitwandern gesammelt, und mehrere davon spielten auf dem PCT. Mich haben an den amerikanischen Wegen immer dieselben Dinge gereizt: die leeren Landschaften, das Zelten fast überall und die Aussicht, dem Alltag ein halbes Jahr zu entkommen. Wenn du für 2027 planst, tragen dich diese Filme durch lange Winterabende, und einige davon kosten nichts.
| Titel | Länge | Worum es geht |
|---|---|---|
| Der große Trip (Wild) | 115 Min. | Spielfilm von 2014 mit Reese Witherspoon nach dem Buch von Cheryl Strayed: Eine Frau ohne Wandererfahrung geht nach dem Tod ihrer Mutter allein gut tausend Meilen auf dem PCT. In Deutschland bei Disney+ (Stand Oktober 2026). |
| Only the Essential | 40 Min. | Zwei Freunde filmen ihren kompletten Thru-Hike 2013 selbst, mehrfach ausgezeichnet. Kostenlos auf YouTube beim Filmemacher. |
| As It Happens | 86 Min. | Reisetagebuch von Andy Laub und seinem Freund Ian, kostenlos auf YouTube. |
| Do More With Less | 86 Min. | Interviews mit über 100 Hikern, den Trail Angels gewidmet. 2015 auf BergReif einer meiner großen Lieblinge. |
| Tell It on the Mountain | 119 Min. | Doku von 2013, mehrere Thru-Hiker im Wechsel von Interview und Videotagebuch, auf DVD. |
| Der Wilde Westen zu Fuß | ~45 Min. | Deutsche TV-Doku von ZDF und WDR (2014), begleitet unter anderem ein Paar aus Kiel. Läuft regelmäßig auf 3sat und in den Dritten. |
| LAUF! Begegnungen zwischen zwei Grenzen | neu 2026 | Dokumentarfilm von Sabine Willmann und Oliver Heise, die den Trail 2019 gelaufen sind und ihre Weggefährten Jahre später wieder besuchen. Premiere im Juni 2026. |
Den Anfang macht eine Szene, die jeder kennt, der einmal zu schwer gepackt hat. Cheryl Strayed steht im Motel vor einem Rucksack, den sie kaum vom Boden bekommt, im Buch nennt sie ihn nur „Monster“. Eine Minute Film, die mehr über Basisgewicht erklärt als jede Packliste. Daneben die komplette Doku „Only the Essential“. Bei der dachte ich 2016 zuerst, der Erzähler nuschelt zu sehr, und war am Ende froh, drangeblieben zu sein.
Offizieller deutscher Filmclip, 20th Century Studios Deutschland.
Thru-Hike 2013 von Colin Arisman und Casey Gannon, veröffentlicht auf ihrem Kanal Wild Confluence.
Wer lieber in Folgen schaut: Homemade Wanderlust, unter Hikern als Dixie bekannt, hat ihren Thru-Hike 2017 in 35 Folgen erzählt, Darwin onthetrail seinen von 2018. Auf Deutsch dokumentieren unter anderem die Swiss Nomads und der Kanal Hauptsache Wandern ihre Touren, Letzterer den PCT 2025 Tag für Tag. Zum Lesen gibt es Cheryl Strayeds Vorlage auf Deutsch als „Der große Trip. Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst“ und Christine Thürmers „Laufen. Essen. Schlafen.“, in dem der PCT 2004 den Anfang ihrer Langstrecken-Karriere markiert.
Häufige Fragen zum Pacific Crest Trail
Rund 4.265 Kilometer oder 2.650 Meilen, von Campo an der mexikanischen Grenze bis zum Monument 78 an der kanadischen Grenze, durch Kalifornien, Oregon und Washington. Dazu kommen rund 30 Meilen Rückweg vom Monument nach Harts Pass, weil die Einreise nach Kanada über den Trail seit 2025 nicht mehr erlaubt ist.
Rund fünf Monate. Der Jahrgang 2025 brauchte im Schnitt 148 Tage, davon 130 Wandertage. Richtung Nord startet man Mitte April bis Anfang Mai und erreicht die kanadische Grenze bis Ende September.
Auf dem Trail im Schnitt gut 10.000 US-Dollar, internationale Hiker gaben 2025 rund 11.200 Dollar aus. Mit Flug, Visum, Versicherung und Ausrüstung kommst du ab Deutschland grob auf 13.000 bis 15.500 Euro.
Die zweite Registrierung läuft vom 5. November bis 11. Dezember 2026, vergeben wird am 13. Januar 2027. Die erste Runde mit Registrierung im Oktober und Vergabe am 4. November 2026 ist bereits gelaufen. Das Permit ist kostenlos und gilt ab 500 Meilen am Stück.
Ein B-2-Touristenvisum, weil das ESTA nur 90 Tage erlaubt. Es kostet 185 US-Dollar, eventuell plus 250 Dollar Visa Integrity Fee, und erfordert ein persönliches Interview. Bei der Einreise bekommst du meist sechs Monate, in die der ganze Aufenthalt passen muss.
Nein. Seit dem 31. Januar 2025 stellt Kanada keine PCT Entry Permits mehr aus. Am Monument 78 drehst du um und läufst rund 30 Meilen zurück nach Harts Pass. Wer nach Kanada will, muss über einen regulären Grenzübergang einreisen.
Eine offizielle Statistik gibt es nicht. Die ausführlichste öffentliche Liste zählt rund 16 tödlich verunglückte Thru-Hiker, vor allem durch Stürze, Hitzschlag, Flussquerungen und Straßenverkehr. Die größten Risiken sind Schnee und Hochwasser in der Sierra, Hitze in der Wüste und Waldbrände.
Einer, der zu deinem schwersten Tag passt. Der Jahrgang 2025 startete mit gut 8 Kilo Basisgewicht in Rucksäcken mit im Schnitt 54 Litern. Mit unter 5 Kilo Basisgewicht und bis etwa 13 Kilo Traggewicht reicht ein rahmenloser Rucksack wie der Agilist, das zeigen mehrere komplette PCT-Thru-Hikes unserer Kunden, auch mit Bärenkanister in der Sierra.
Ja. Seit 2018 haben uns Dutzende Hiker zum PCT geschrieben, und etliche sind den Trail mit dem Agilist gegangen, Richtung Nord wie Richtung Süd und bis zum Monument 78, andere mit dem Endurist. Aus ihrem Feedback stammen unter anderem die Zickzack-Naht der Außentaschen, die Schultergurte aus Dyneema Gridstop und das neue Gurtband.
Nächster Schritt
Wenn du bis hier gelesen hast, kennst du die drei Termine, an denen dein PCT 2027 hängt: 11. Dezember für die Registrierung, 13. Januar für die Vergabe, danach so früh wie möglich der Visumtermin. Alles andere, von der Packliste bis zum Water Report, hat Zeit bis zum Frühjahr. Und wenn du im Herbst 2027 am Monument 78 stehst, umdrehst und nach Harts Pass zurückläufst, schreib uns, wie es war. Die Berichte in diesem Artikel sind genau so zu uns gekommen.
Quellen
- Länge (2.650 Meilen), Bundesstaaten und tiefster Punkt an der Bridge of the Gods (180 ft), US Forest Service. Aktuelle Länge laut PCTA-Datenupdate Januar 2026: knapp 2.656 Meilen. fs.usda.gov
- Forester Pass als höchster Punkt des PCT (13.153 ft), PCTA, Region Central California. explore.pcta.org
- Gesamthöhenmeter des PCT Richtung Nord (489.418 ft Aufstieg, 488.411 ft Abstieg), Halfmile-Schätzung 2014. pctmap.net
- Bewerbungstermine für das Interagency PCT Long-distance Permit 2027, Pacific Crest Trail Association. Quoten, Zeitfenster und Permit-Bedingungen auf permit.pcta.org. pcta.org
- Einstellung der Pacific Crest Trail Entry Permits zum 31. Januar 2025, Canada Border Services Agency. canada.ca
- Visa Waiver Program und ESTA: Aufenthalt höchstens 90 Tage, U.S. Department of State. travel.state.gov
- PCT Hiker Survey 2025 (790 Teilnehmende): Dauer, Kosten, Basisgewicht, Herkunft, Schneeausrüstung, Abschlussquote, Halfway Anywhere. halfwayanywhere.com
- Wasser auf dem PCT: Abschnitte von rund 30 Meilen ohne Quelle, Hat Creek Rim, Umgang mit Wasser-Caches, PCTA. pcta.org
- Bärenkanister-Pflicht am PCT (Sequoia-Kings Canyon, Inyo, Sierra und Humboldt-Toiyabe NF, Yosemite, Lake Tahoe Basin, Desolation Wilderness, Lassen, Washington), PCTA. pcta.org
- Waldbrände am PCT: rund 250 Meilen seit 2020 abgebrannt, etwa 9,4 Prozent der Strecke, PCTA, September 2026. pcta.org
- Liste der Todesfälle auf dem Pacific Crest Trail (ausdrücklich unvollständig), Halfway Anywhere, Stand September 2026. halfwayanywhere.com
Bildnachweis: Titelbild, Monument 78 und die Rucksackfotos aus der Sierra Nevada und von der Testtour stammen von Kundinnen und Kunden. Landschaftsfotos via Wikimedia Commons: Joshua Trees und Sand to Snow von BLM, gemeinfrei; Rae Lakes von Martin Bravenboer, CC BY 4.0; Muir Pass von Lucas·G, CC BY-SA 4.0; Kearsarge Pass von Grantbackpacker, CC BY-SA 4.0; Castle Dome und Mount Shasta von Arcataroger, CC BY-SA 4.0; Crater Lake von Vulturesong, CC0; Goat Rocks von Matthew Tharp, U.S. Forest Service, gemeinfrei; Glacier Peak Wilderness von Martin Bravenboer, CC BY 2.0; Waldbrandrauch von Steve Redman, National Park Service, gemeinfrei. Alle Landschaftsfotos zugeschnitten und verkleinert; bearbeitete Fassungen der CC-BY-SA-Fotos stehen unter derselben Lizenz.
