Suche
Magazin · Magazin

Wandern in Freiburg: 8 Touren von Stadtnah bis Feldberg

Wandern in Freiburg heißt: einsteigen, aussteigen, losgehen, und trotzdem über tausend Höhenmeter machen. Acht erprobte Touren mit vollständigen Tourdaten, die Aufstiegsvarianten auf den Schauinsland und die Antwort darauf, was in den Tagesrucksack gehört.

Min. Lesezeit
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Von Alex
WeitLäufer Lab, Emmendingen
Wandern Freiburg Münster Kaiserstuhl
Inhaltsverzeichnis

Freiburg ist eine der wenigen deutschen Städte, in denen „mal eben wandern gehen“ wörtlich gemeint ist. Keine Anfahrt, kein Stau, keine Parkplatzsuche am Wanderparkplatz. Straßenbahn bis zur Endhaltestelle, zwanzig Minuten später stehst du im Wald, und nach zwei Stunden Aufstieg schaust du über das halbe Rheintal.

Dieser Guide stellt Dir acht Touren vor, die ich selbst gegangen bin, mit genau den Zahlen, die in den meisten Freiburg-Listen fehlen: Länge, Höhenmeter getrennt nach auf und ab, Gehzeit und der Rückweg mit Bus oder Bahn. Dazu die Frage, die auf keiner Tourenseite steht: Was gehört eigentlich in den Rucksack, und was wiegt das?

Warum Wandern in Freiburg anders funktioniert

Die Freiburger Altstadt liegt auf 278 Metern über dem Meer. Der Schauinsland, der Hausberg der Stadt, auf 1.284. Das sind gut tausend Höhenmeter Unterschied, und der Berg fängt nicht irgendwo hinter der Autobahn an, sondern reicht bis ins Stadtgebiet hinein.

Diese Zahl ist der ganze Punkt. Tausend Höhenmeter sind kein Spaziergang, das ist die Größenordnung einer ordentlichen Alpen-Tagesetappe. Nur dass du hier keine Anreise brauchst, sondern eine Fahrkarte für zwei Zonen.

Ich bin Anfang 2018 hierhergezogen, direkt nach vier Monaten zu Fuß von Wien nach Nizza. Das Problem nach so einer Tour ist nicht die Erschöpfung, sondern der Entzug danach. Aus dem Rheinland waren es jedes Mal Stunden Anfahrt bis zu den Bergen, und genau das wollte ich loswerden.

Blick vom Rosskopf Turm. Nur ca. 5 km vom Schwabentor zu Fuß (1,5 bis 2 h).
Blick vom Rosskopf Turm. Nur ca. 5 km vom Schwabentor zu Fuß (1,5 bis 2 h).

Der Nebeneffekt ist unspektakulär und trotzdem entscheidend: Ich schnüre die Wanderschuhe seither deutlich häufiger. Nicht weil die Motivation gewachsen wäre, sondern weil die Hürde weg ist. Eine Feierabendtour, die um 17 Uhr beginnt und um 21 Uhr mit einem Bier in der Altstadt endet, funktioniert hier tatsächlich.

Unsere Werkstatt sitzt in Emmendingen, gut zwanzig Kilometer nördlich von Freiburg am Rand des Elztals. Das Revier in diesem Artikel ist für uns kein recherchiertes Reiseziel, sondern das Gelände, in dem seit Jahren jeder Prototyp seine ersten Kilometer macht.

Die drei Wanderwelten rund um Freiburg

Wer „wandern in Freiburg“ sucht, bekommt meistens eine Liste aus dreißig Touren ohne Ordnung. Dabei zerfällt die Region sehr sauber in drei Zonen, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet über den ganzen Tag: über Anfahrtszeit, Höhenmeter, Temperatur und darüber, ob du unterwegs Wasser bekommst.

Die drei Wanderwelten rund um Freiburg

Zone Höhenlage Charakter und Anfahrt
Stadtberge: Schlossberg, Rosskopf, Schönberg, Kybfelsen 400 bis 800 m Direkt aus der Stadt zu Fuß oder mit der Straßenbahn erreichbar. Feierabend-Terrain, viele Einkehrmöglichkeiten, im Hochsommer schattig genug.
Hochschwarzwald: Schauinsland, Belchen, Feldberg 1.200 bis 1.500 m 20 bis 60 Minuten mit Bus oder Höllentalbahn. Echte Berg-Tagestouren mit 800 bis 1.200 Höhenmetern, im Winter zuverlässig Schnee.
Kaiserstuhl und Rheinebene bis 557 m 25 Minuten mit der Breisgau-S-Bahn. Weinberge, Lösshohlwege, offene Sonne. Perfekt im März und April, im Juli die schlechteste Idee der Region.

Die praktische Regel, die daraus folgt: Im Frühjahr geht es nach Westen, im Sommer nach oben, im Herbst überallhin und im Winter auf den Schauinsland. Mehr Systematik braucht die Tourenplanung hier eigentlich nicht.

Die Region auf einen Blick: links die Rheinebene mit dem Kaiserstuhl als eigenem Massiv, rechts der Schwarzwald. Die gestrichelten Linien sind die Bahnstrecken, über die sich Streckenwanderungen zurück nach Freiburg auflösen lassen.
Die Region auf einen Blick: links die Rheinebene mit dem Kaiserstuhl als eigenem Massiv, rechts der Schwarzwald. Die gestrichelten Linien sind die Bahnstrecken, über die sich Streckenwanderungen zurück nach Freiburg auflösen lassen.

Schauinsland wandern: der Hausberg im Detail

Der Schauinsland ist die Antwort auf die meisten Freiburger Wanderfragen, und er hat den seltenen Vorteil, dass du ihn von beiden Seiten spielen kannst: hoch zu Fuß und runter mit der Bahn, oder umgekehrt.

Die Schauinslandbahn fährt in rund zwanzig Minuten von Horben auf den Berg, überwindet dabei 746 Höhenmeter auf 3.600 Metern Streckenlänge und ist damit die längste Umlaufseilbahn Deutschlands.[1] Sie ist seit 1930 in Betrieb, was man ihr auf eine sehr angenehme Art anmerkt.

Zu Fuß hoch: der ehrliche Weg

Ab der Talstation sind es 6,7 Kilometer und 817 Höhenmeter bis zum Gipfel, in zweieinhalb bis drei Stunden. Das ist die kompakteste Variante und gleichzeitig die steilste. Wer stattdessen aus der Wiehre losläuft, hat zehn eher gemütliche Kilometer vor sich, bevor auf dem letzten Stück noch einmal rund 400 Höhenmeter am Stück kommen.

Oben steht der Aussichtsturm, und bei klarer Luft siehst du von dort die Alpen. Das ist kein Reiseprospekt-Versprechen, sondern eine Wetterfrage: Am zuverlässigsten funktioniert es im Winter bei Inversionslage, wenn das Rheintal unter einer Nebeldecke liegt und die Luft darüber trocken und klar ist.

Runter zu Fuß: die unterschätzte Richtung

Der Abstieg über den Kybfelsen zurück nach Freiburg ist die schönste Variante und die, bei der die meisten Leute am nächsten Tag Muskelkater haben: 13,3 Kilometer und 1.075 Höhenmeter bergab. Bergab klingt harmlos, ist aber die Belastung, die Knie und Vorfuß wirklich spüren. Wenn du unterwegs merkst, dass du bei jedem Tritt in die Ferse fällst, ist der Weg noch lang.

Eine Warnung, die ich mir selbst hätte geben sollen: Der Berg hat Winter, auch wenn die Stadt keinen hat. Ich bin im Januar bei eisfreien Straßen losgelaufen und stand oben in fünfzig Zentimeter Schnee. Zwischen Talstation und Gipfel liegt fast ein Kilometer Höhendifferenz, und die trennt zuverlässig zwei Jahreszeiten voneinander.

Blick vom Schwarzwaldrand über das Rheintal Richtung Süd-Westen. Hinter dem Schönberg das Rheintal.
Blick vom Schwarzwaldrand über das Rheintal Richtung Süd-Westen. Hinter dem Schönberg das Rheintal.

Acht Touren rund um Freiburg mit echten Zahlen

Das hier sind acht Touren, die ich selbst gegangen und mit GPS aufgezeichnet habe. Sortiert von der kurzen Feierabendrunde bis zur langen Tagestour. Alle Höhenmeterangaben nennen die Richtung, die den Tag prägt, weil rund um Freiburg fast jede gute Tour eine Streckenwanderung mit deutlicher Schlagseite ist.

Acht erprobte Wanderungen rund um Freiburg

Tour Strecke Gehzeit und Charakter
Schauinsland ab Talstation 6,7 km / 817 Hm auf 2,5 bis 3 h. Der direkte Aufstieg auf den Hausberg, durchgehend steil. Rückfahrt mit der Seilbahn möglich.
Schönberg ab St. Georgen 9,2 km / 357 Hm 3 h. Die klassische Feierabendrunde mit Rundumsicht auf Belchen, Schauinsland und die Vogesen. Einkehr am Schönebergerhof.
Zur Waldtraut ab Günterstal 11,3 km / 384 Hm 3 bis 3,5 h. Einfache Waldtour zum höchsten Baum Deutschlands. Familientauglich, gut beschildert.
Schauinsland über den Kybfelsen nach Freiburg 13,3 km / 1.075 Hm ab 3,5 h. Langer Abstieg mit Felsblick über die Stadt. Endet direkt in der Altstadt, kein Rückweg nötig.
Gundelfingen über den Rosskopf nach Freiburg 14,3 km / 527 Hm auf 4,5 h. Hin mit der S-Bahn (7 Minuten), zurück zu Fuß bis zum Schwabentor. Sonnenuntergang am Kanonenplatz als Zugabe.
Schauinsland ins Münstertal 14,9 km / 846 Hm ab 4,5 h. Aussichtsreicher Abstieg mit Blick auf den 1.414 Meter hohen Belchen. Zurück per S-Bahn über Bad Krozingen.
Freiburg über den Rosskopf nach St. Peter 18,4 km / 773 Hm auf 6 h. Ab Schwabentor auf dem Kandelhöhenweg ins Hochschwarzwald-Dorf St. Peter. Rückfahrt mit dem Bus über Kirchzarten.
Feldberg nach Kirchzarten 21 km / 1.262 Hm ab 6 bis 7 h. Die anspruchsvollste der acht. Über Baldenweger Hütte und Hinterwaldkopf, sehr abwechslungsreich, aber lang.

Sehr schnell steht man von der Stadt mitten in der Natur.
Sehr schnell steht man von der Stadt mitten in der Natur.

1. Schauinsland ab Talstation

6,7 km, 817 Hm auf, 2,5 bis 3 Stunden. Start an der Talstation der Schauinslandbahn auf 460 Metern, höchster Punkt 1.277 Meter.

Der kürzeste Weg auf den Gipfel und gleichzeitig der steilste. Es geht fast durchgehend bergauf, die Schauinslandstraße wird nur einmal kurz gekreuzt. Bemerkenswert ist die Wegqualität: rund 80 Prozent der Strecke sind schmale Pfade und Naturwege, Schotter gibt es nur auf gut einem Kilometer. Für einen Aufstieg dieser Länge ist das selten, meistens hängt man auf halber Höhe auf einer Forstautobahn. Wer sich den Rückweg sparen will, fährt mit der Seilbahn ins Tal, damit wird das die kompakteste Halbtagestour der Region. Track ansehen

Aussicht vo Eugen-Keidel Turm auf dem Schauinsland Richtung Vogesen.
Aussicht vo Eugen-Keidel Turm auf dem Schauinsland Richtung Vogesen.

2. Schönberg ab St. Georgen

9,2 km, 357 Hm, rund 3 Stunden. Rundtour ab St. Georgen, Gipfel auf 633 Metern.

Von St. Georgen führt der Weg über den Weinbergen Richtung Leutersberg, dann auf einem schmalen Pfad über die ehemalige Schneeburg und den unteren Schönbergerhof zum Gipfel. Zurück geht es über die Ostseite. Das ist die Feierabendtour: kurz, mit Bus und Bahn erreichbar, und mit einer Rundumsicht, die im Verhältnis zum Aufwand fast unverschämt ist. Nach Westen die Vogesen, nach Osten Schauinsland und Belchen. Einkehr am Schönebergerhof. Ein Vorbehalt: Der Schönberg steht frei in der Rheinebene und hat kaum Schatten. An einem heißen Julitag ist er die falsche Wahl, im Oktober die richtige. Track ansehen

3. Zur Waldtraut ab Günterstal

11,3 km, 384 Hm, 3 bis 3,5 Stunden. Rundtour ab der Haltestelle Wonnhalde.

Über Forst- und Waldpfade zum höchsten Baum Deutschlands und weiter nach Langackern, von wo der Blick bis zu den Vogesen reicht. Die Waldtraut vom Mühlwald ist eine Douglasie, 1913 gepflanzt, zuletzt mit 67,85 Metern vermessen und immer noch im Wachstum.[2] Sie steht recht unspektakulär im Hang, und genau das ist der Reiz: kein Besucherzentrum, kein Eintritt, nur ein Schild. Die einfachste der acht Touren, gut beschildert, mit Kindern machbar, und weil sie eine Runde ist, brauchst du keinen Rückfahrplan. Track ansehen

4. Schauinsland über den Kybfelsen nach Freiburg

13,3 km, 1.075 Hm ab, 3,5 Stunden. Hoch mit der Seilbahn, zu Fuß nur bergab, Ziel ist die Altstadt.

Die schönste Variante und die, die am meisten unterschätzt wird. Auf dem Papier ist es eine Abstiegstour, in den Beinen ist es am nächsten Tag keine. Über tausend Höhenmeter bergab wirken auf Knie und Vorfuß stärker als derselbe Wert bergauf, und die Rechnung kommt verspätet. Der Kybfelsen etwa auf halber Höhe ist der Höhepunkt: eine Felskanzel mit Blick über die Stadt bis zu den Vogesen. Danach wird der Pfad streckenweise schmal und felsig, bei Nässe entsprechend rutschig. Das Beste kommt zum Schluss: Die Tour endet in der Altstadt, du brauchst überhaupt keine Rückfahrt.

Aussicht vom Kybfelsen.
Aussicht vom Kybfelsen.

5. Gundelfingen über den Rosskopf nach Freiburg

14,3 km, 527 Hm auf und 488 Hm ab, 4,5 Stunden. Von 242 auf 731 Meter, Start Bahnhof Gundelfingen, Ziel Freiburger Altstadt.

Sieben Minuten mit der S-Bahn nach Norden, dann zu Fuß zurück. Über das aussichtsreiche Wildtalereck geht es auf den Rosskopf, wo der Friedrichsturm steht, ein 34 Meter hoher Stahlfachwerkturm von 1889 und bis heute der beliebteste Treffpunkt der Freiburger Wanderer und Mountainbiker.[3] Ab dort folgt der Weg dem Kandelhöhenweg über den Kanonenplatz hinunter in die Altstadt. Wer den letzten Abschnitt zeitlich passend legt, sitzt zum Sonnenuntergang am Kanonenplatz über den Dächern. Für mich die runde Tour: hin mit der Bahn, zurück zu Fuß, und das Ziel ist die eigene Haustür. Track ansehen

Aussicht vom Rosskopf Turm.
Aussicht vom Rosskopf Turm.

6. Schauinsland ins Münstertal

14,9 km, 846 Hm ab, 4,5 Stunden. Abstieg nach Süden, zurück per Bahn über Bad Krozingen, rund 40 Minuten.

Die stille Variante des Schauinsland-Abstiegs. Statt zurück in die Stadt geht es nach Süden ins Münstertal, mit dem 1.414 Meter hohen Belchen fast durchgehend im Blick. Wer den Belchen später selbst gehen will, bekommt hier die Vorschau aus der besten Perspektive. Unten im Münstertal steigst du in die Bahn und bist über Bad Krozingen zurück in Freiburg. Diese Tour zeigt eine Seite des Hochschwarzwalds, die deutlich weniger betreten ist als alles im Gipfelbereich.

Inversionswetterlage im Münstertal vom Schauinsland Abstieg aus gesehen.
Inversionswetterlage im Münstertal vom Schauinsland Abstieg aus gesehen.

7. Freiburg über den Rosskopf nach St. Peter

18,4 km, 773 Hm auf und 328 Hm ab, 6 Stunden. Start Schwabentor, Ziel St. Peter auf 716 Metern, zurück mit dem Bus über Kirchzarten.

Die einzige der acht Touren, die aus der Stadt hinaus in den Hochschwarzwald führt statt zurück in sie hinein. Ab dem Schwabentor auf dem Kandelhöhenweg über den Rosskopf und weiter nach Osten. Der zweite Teil ist der ruhigere: weniger Fernblick, mehr Wald, dafür ein Ziel, für das sich das Gehen lohnt. Wer den Kandelhöhenweg irgendwann als Mehrtagestour denkt, hat mit dieser Etappe die erste bereits im Bein. Wichtig ist hier der Blick auf den Busfahrplan, das ist die Tour mit dem längsten Rückweg.

Kurz vor Sankt Peter.
Kurz vor Sankt Peter.

8. Feldberg nach Kirchzarten

21 km, 412 Hm auf und 1.262 Hm ab, 6 bis 7 Stunden. Anfahrt mit Höllentalbahn und Bus, zurück ab Kirchzarten.

Die anspruchsvollste und die längste. Vom höchsten Punkt des Schwarzwalds geht es in einem großen Bogen zurück ins Dreisamtal: über die Baldenweger Hütte, den Hinterwaldkopf mit seinem Blick ins Zartener Becken und die Höfener Hütte hinunter nach Kirchzarten. Landschaftlich die abwechslungsreichste der acht, konditionell auch die härteste. Einundzwanzig Kilometer mit über 1.200 Höhenmetern Abstieg brauchen einen ganzen Tag und Beine, die das gewohnt sind. Ein praktischer Nebeneffekt der zwei Hütten unterwegs: Wasser lässt sich hier planen statt tragen, was bei dieser Länge spürbar ist.

Kurz vor Sankt Peter.
Kurz vor Sankt Peter.

Die ÖPNV-Logik: hier gehst du Strecken, keine Runden

Der größte Unterschied zu den meisten deutschen Wandergebieten steht in keinem Tourenportal: Rund um Freiburg musst du nicht zum Auto zurück. Das klingt banal, verändert aber die Tourenplanung komplett.

Eine Rundwanderung ist immer ein Kompromiss. Du gehst den halben Tag auf ein Ziel zu und den halben Tag von ihm weg, und der Rückweg ist fast nie so gut wie der Hinweg. Sobald du auf Streckenwanderungen umstellst, verschwindet dieser Kompromiss. Du läufst nur noch die guten Kilometer und lässt dich zurückfahren.

Praktisch heißt das: Stadtbahnlinie 2 bis Günterstal, von dort Bus 21 zur Talstation der Schauinslandbahn, ab Bertoldsbrunnen dauert das rund zwanzig Minuten. Die Breisgau-S-Bahn bringt dich nach Gundelfingen, Bad Krozingen oder in den Kaiserstuhl, die Höllentalbahn nach Kirchzarten, Hinterzarten und weiter Richtung Feldberg. Sechs der acht Touren oben sind Streckenwanderungen, und genau deshalb funktionieren sie.

Was in den Tagesrucksack gehört

Hier hört jede Freiburger Tourenliste auf, dabei ist es die Frage, die den Tag am direktesten beeinflusst. Ein Tagesrucksack für die Hausberge ist kein Miniaturmodell einer Fernwanderung, sondern ein eigenes Problem: kurze Distanz, ordentliche Höhenmeter, verlässliche Einkehr und praktisch keine Quellen unterwegs.

Tagesrucksack für eine Schauinsland-Tour

Gegenstand Gewicht
Rucksack, 20 bis 30 Liter ~450 g
Regenjacke ~250 g
Isolationsjacke oder Fleece ~300 g
Wasser, 1,5 Liter 1.500 g
Verpflegung für den Tag ~400 g
Erste Hilfe und Blasenpflaster ~120 g
Powerbank und Kabel ~180 g
Mütze und Handschuhe ~100 g
Stirnlampe ~50 g
GESAMT ~3.350 g

Die interessante Zahl in dieser Liste ist nicht die Summe, sondern die Verteilung. Fast die Hälfte des Gewichts ist Wasser. Und Wasser ist der einzige Posten, den du unterwegs planen kannst, statt ihn zu tragen. Wer auf dem Schauinsland oder am Schönberg einkehrt, kommt mit einem Liter aus und spart sich ein halbes Kilo. Wer den Feldberg-Abstieg nach Kirchzarten an einem Augusttag geht, sollte eher zwei Liter dabei haben.

Der komplette Inhalt einer Freiburger Tagestour, ausgelegt. Die beiden schwersten Posten sind Wasser und der Rucksack selbst, alles andere zusammen wiegt weniger als anderthalb Kilo.
Der komplette Inhalt einer Freiburger Tagestour, ausgelegt. Die beiden schwersten Posten sind Wasser und der Rucksack selbst, alles andere zusammen wiegt weniger als anderthalb Kilo.

Die zweite Erkenntnis: Alles außer Wasser und Verpflegung wiegt zusammen rund 1.450 Gramm. Wenn dein Tagesrucksack sich schwer anfühlt, liegt das fast nie an der Ausrüstungsliste, sondern am Rucksack selbst. Ein klassisches 30-Liter-Modell mit Alurahmen, Deckelfach und dicken Polstern wiegt leer schon 1.200 bis 1.600 Gramm. Das ist mehr als der gesamte Rest zusammen.

Wann du wohin gehst

Freiburg liegt im Oberrheingraben, und das heißt bei der Planung einer Wanderung: Das dortige Klima beachten. Die Jahresmitteltemperatur liegt in der Innenstadt bei 11,4 Grad, deutlich über dem deutschen Durchschnitt, und die Zahl der Hitzetage steigt.[4]

Für die Tourenplanung heißt das im Hochsommer schlicht: nach oben ausweichen. Zwischen der Stadt auf 278 Metern und dem Schauinsland auf 1.284 Metern liegen an einem heißen Julitag gut sechs Grad Unterschied, dazu Wald statt Asphalt und meistens etwas Wind. Wer bei 38 Grad im Rheintal durch die Kaiserstühler Weinberge läuft, könnte es im Hochschwarzwald locker 10 Grad kühler haben.

Frühjahr, März bis Mai: die Zeit für den Kaiserstuhl. Der Kaiserstuhlpfad zieht auf rund 22 Kilometern und etwa 700 Höhenmetern quer über das Vulkanmassiv und ist als Qualitätsweg zertifiziert.[5] Start und Ziel liegen an der Bahn. Im Hochschwarzwald liegt zur selben Zeit oben oft noch Schnee.

Sommer, Juni bis August: Hochschwarzwald oder Waldtouren an den Stadtbergen. Früh starten, die offenen Hänge des Schönbergs meiden.

Herbst, September und Oktober: die beste Zeit der Region. Stabiles Wetter, klare Fernsicht, Weinlese im Kaiserstuhl und die langen Streckenwanderungen sind angenehm temperiert.

Winter, November bis Februar: Inversionswetter ist das eigentliche Geschenk. Unten Nebel, oben Sonne und Alpenblick. Aber: Der Berg hat dann echten Winter, und die Wegverhältnisse ab etwa 1.000 Metern haben mit dem Tal nichts mehr zu tun. Sobald oben eine geschlossene Schneedecke liegt, wird daraus eine eigene Disziplin, nachzulesen im Guide zur Schneeschuh-Ausrüstung.

Schneeschuh Wandern im Schwarzwald. Mehr in unserem Guide.
Schneeschuh Wandern im Schwarzwald. Mehr in unserem Guide.

Wenn ein Tag nicht reicht

Freiburg ist einer der besten Startpunkte für Mehrtagestouren in Deutschland. Vier Optionen, in aufsteigender Reihenfolge des Aufwands:

Der Belchen als Zwei-Tages-Tour. Rund fünfzig Kilometer, pro Tag etwa 1.600 Höhenmeter auf und ab, ein Stück davon auf dem Westweg. Ich bin die Tour im Juni 2018 gegangen, und sie hat für uns eine besondere Bedeutung: Getestet wurden dabei ein selbstgenähtes Silnylon-Tarp und ein Biwaksack.

Der Kandelhöhenweg. Die Etappe zwischen St. Peter und Freiburg führt über den Rosskopf direkt in die Altstadt, siehe Tour acht oben. Wer mehr will, hängt die nördlichen Etappen über den Kandel Richtung Emmendingen an.

Der Westweg. Der bekannteste Fernwanderweg des Schwarzwalds führt von Pforzheim nach Basel und streift Freiburg über den Belchen im Süden. Alles zu Etappen, Höhenmetern und Unterkünften steht in unserem Westweg-Guide.

Der Querweg Freiburg bis Bodensee. Neun Tage vom Rheintal über den Hochschwarzwald und die Baar bis nach Konstanz. Landschaftlich unterschätzt und logistisch entspannt, weil du an beiden Enden im Bahnhof stehst.

Westweg am Belchen im Hochschwarzwald: eine Stunde von Freiburg entfernt und seit Jahren die Teststrecke für jeden WeitLäufer-Prototyp.
Westweg am Belchen im Hochschwarzwald: eine Stunde von Freiburg entfernt und seit Jahren die Teststrecke für jeden WeitLäufer-Prototyp.

Und wenn du irgendwann feststellst, dass tausend Höhenmeter am Schauinsland sich nicht mehr nach viel anfühlen: Genau das ist der Punkt, an dem die Freiburger Hausberge zum Trainingsrevier werden. Wer hier regelmäßig die Streckenwanderungen geht, ist für eine Alpenüberquerung konditionell besser vorbereitet, als er denkt. Was dann fehlt, ist nicht die Fitness, sondern die Ausrüstung, und die steht in der Wanderausrüstungs-Packliste.

Häufige Fragen

Mit der Straßenbahnlinie 2 bis Günterstal, dort umsteigen in den Bus 21 zur Talstation der Schauinslandbahn. Ab Bertoldsbrunnen dauert das rund 20 Minuten. Von der Talstation geht es entweder mit der Seilbahn hinauf oder zu Fuß in 2,5 bis 3 Stunden.

Ab der Talstation sind es 6,7 Kilometer und 817 Höhenmeter, also 2,5 bis 3 Stunden. Aus der Altstadt heraus wird es deutlich länger, weil die ersten zehn Kilometer flach verlaufen und der Anstieg erst am Ende kommt.

Ja, vom Aussichtsturm auf dem Gipfel bei klarer Luft. Am zuverlässigsten funktioniert das im Winter bei Inversionslage, wenn das Rheintal unter Nebel liegt und die Luft darüber trocken ist.

Ja, und es ist sogar der bessere Weg. Stadtbahn, Breisgau-S-Bahn und Höllentalbahn erschließen fast alle Startpunkte, dadurch sind Streckenwanderungen statt Rundwege möglich. Wichtig ist nur, die letzte Rückfahrverbindung des Tages vorher zu prüfen.

Für die Stadtberge nicht, Trailrunning-Schuhe oder halbhohe Wanderschuhe reichen dort völlig. Auf den langen Abstiegen vom Schauinsland und am Feldberg zahlen sich bei Nässe und im Winter mehr Profil und ein stabilerer Schuh aus.

Rund 3,3 Kilogramm gepackt sind ein realistischer Wert, davon entfallen etwa 1,5 Kilogramm auf Wasser. Wer unterwegs einkehrt, kommt mit einem Liter aus und spart ein halbes Kilo.

September und Oktober sind am zuverlässigsten: stabiles Wetter und klare Fernsicht. Der Kaiserstuhl ist im März und April am schönsten, im Hochsommer weichst du besser in den Hochschwarzwald aus.

Quellen

  1. Schauinslandbahn, technische Daten: 3.600 m Streckenlänge, 746 Höhenmeter, längste Umlaufseilbahn Deutschlands, in Betrieb seit 1930. schauinslandbahn.de
  2. Stadt Freiburg, höchster Baum Deutschlands: Douglasie „Waldtraut vom Mühlwald“, gepflanzt 1913, zuletzt 67,85 m (Stand April 2024). freiburg.de
  3. Friedrichsturm auf dem Rosskopf (737 m): 34 m hoher Aussichtsturm in Stahlfachwerkbauweise, errichtet 1889. alemannische-seiten.de
  4. Stadt Freiburg, Klima in Freiburg: Jahresmitteltemperatur in der Innenstadt 11,4 °C, steigende Zahl an Hitzetagen. freiburg.de
  5. Kaiserstuhlpfad: rund 22 km, rund 700 Höhenmeter, zertifiziert als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland. schwarzwald-tourismus.info